Bericht der MZ zum Spiel in Köthen

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Als am Freitagabend in der Partie zwischen dem CFC Germania 03 und dem HSV Gröbern 50 Minuten gespielt waren, hatte der HSV seine bis dahin gefährlichste Chance. Köthens Martin Lehmann köpfte eine Hereingabe aufs Außennetz. Fast ein Eigentor, und bis zu diesem Zeitpunkt konnte man sich nicht vorstellen, dass Gröbern auch anders, als durch kräftige Mithilfe der Gastgeber, zum Torerfolg kommen könnte.

Leider, aus Sicht des CFC, taten sie dem akut abstiegsgefährdeten Gröbernern genau diesen Gefallen. Zweimal passte Köthen nicht auf, zweimal netzte der HSV ein. Ein Tor in der Nachspielzeit rettete dem CFC zumindest einen Punkt. Doch mit dem 2:2 konnten hinterher weder die Spieler, noch Trainer Jens Pabst gut leben.

Anschein von Sicherheit

Eine Viertelstunde lang war es eine Partie zwischen zwei Mannschaften gewesen, die in der Vorwoche deutlich verloren hatten. CFC und HSV waren bemüht, Sicherheit zu finden. Den 80 Zuschauern im Stadion Rüsternbreite bot sich schwere Fußballkost. Doch dann markierte Konstantin Finze den Führungstreffer für Köthen (17.). Und alles schien in den Bahnen des Favoriten zu laufen. Doch es schien nur so.

„Wir haben Gröbern am Leben gelassen“, resümierte CFC-Trainer Jens Pabst nach der Partie. Schon in der ersten Halbzeit hätte Köthen 2:0, vielleicht 3:0 führen müssen. Jacub Pazdzierski schoss völlig frei vorbei (38.), wenig später köpfte Konstantin Finze eine Ecke an den Pfosten (42.).

Das Auslassen bester Chancen ging im zweiten Durchgang weiter. Bereits zehn Sekunden nach Wiederanpfiff hätte Markus Jahnke nach Vorarbeit von Carlos Alberto Fernando und Finze auf 2:0 erhöhen müssen, scheiterte mit seinem Heber aber an Gröberns Schlussmann Billy Schneeberger. Zwei Minuten später verpassten gleich zwei Köthener in der Zentrale eine Hereingabe von Martin Lehmann. In der 52. Minute war es dann wieder Jahnke, dessen Schuss abgefälscht über das Tor flog.

Gröbern bestraft Köthener

„Und wenn du diese Chancen nicht nutzt, dann passiert eben sowas“, kommentierte Jens Pabst die Szenen, die Köthen in Rückstand brachten. Zunächst scheiterte Thomas Mann daran, den Ball zu klären, stattdessen traf Jörg Schräpler aus 13 Metern mit der Pike zum 1:1 (59.). Der CFC war sichtlich geschockt und verlor die Spielkontrolle. Gröbern hatte nur eine Waffe: lange Bälle. Der HSV drosch jeden Ball nach vorne, wo Jörg Schräpler und Marc Stockmann warteten und für Unruhe in der Köthener Abwehr sorgten. Das 1:2 aus Köthener Sicht resultierte nach einem Freistoß. Keiner fühlte sich für Schräpler verantwortlich, der aus fünf Metern nur den Fuß hinhalten musste (77.).

„Zwei ganz dumme Dinge“, nannte Thomas Mann die beiden Gegentore. Sie stellten das Spiel auf den Kopf. Köthens Antwort war wütend. Doch Wut fehlt es bekanntlich an Struktur. Erst im allerletzten Moment gelang den Gastgebern noch ein vernünftiger Angriff, der zumindest den Ausgleich brachte und einen Punkt rettete. Jacub Pazdzierski behielt in der ersten Minute der Nachspielzeit im Strafraumgewühl die Übersicht und netzte zum 2:2 ein.

„Mit dem Punkt müssen wir aufgrund des Spielverlaufs sogar noch zufrieden sein“, sagte Thomas Mann und schüttelte den Kopf. Das 1:5 in der Vorwoche gegen den SV Abtsdorf war zwar deutlich, jedoch war das ein deutlich stärkerer Gegner. Das 2:2 am Freitagabend tat den Köthenern mehr weh. Beim CFC herrscht nach den ersten beiden Punktspielen im Jahr 2016 Katerstimmung. Thomas Mann sagte, frustriert vom Feld trottend: „In der Hinrunde hatten wir auch mal Glück. Jetzt nicht mehr.“ (mz)

Quelle:  http://www.mz-web.de/koethen/sport/viele-chancen--wenig-tore-schockstarre-beim-cfc-23671352